«Eine neue Hymne für die katholische Kirche? Halleluja! ‹Alle Ladys in Gottes Gemeinden, es ist Zeit, unsre Stimmen zu vereinen, Maria … Ave Maria, alle Girls steht auf und macht Lärm, gezählt sind die Tage der Herren …› Musik: Score Squad»
«Das erste Fax kam im August. Der Absender drohte Başay-Yıldız, ihre kleine Tochter zu ‹schlachten›. Er nannte den Namen der Zweijährigen und auch die Wohnadresse der Familie. Der Brief war mit NSU 2.0 unterzeichnet. Bei der Suche nach dem Urheber stieß die Polizei auf fünf Frankfurter Polizisten, die sich in einem Chat Hakenkreuze und Hitlerbilder schickten. Die Ermittler fanden heraus, dass in der Polizeiwache – ohne nachvollziehbaren Grund – die Daten von Seda Başay-Yıldız abgefragt worden waren.»
(…)
«Nun ist wieder ein Fax bei Başay-Yıldız angekommen – obwohl die Polizisten aus der Frankfurter Wache vom Dienst suspendiert sind. Und dieser Brief stützt sich wieder auf interne Daten aus dem Polizeicomputer. Er nennt den Namen von Başay-Yıldız' Vater, ihrer Mutter, ihres Mannes, ihrer Tochter – aller Menschen, die unter ihrer Adresse gemeldet sind.»
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«[Der] Brief bezieht sich klar auf die Suspendierung der Frankfurter Polizisten. ‹Dir hirntoten Scheißdöner ist offensichtlich nicht bewusst, was du unseren Polizeikollegen angetan hast! Allerdings kommt es jetzt richtig dicke für dich, du Türkensau! Deiner Scheiß (Name der Tochter) reißen wir den Kopf ab … und der Rest eurer Dönercrew wird ebenfalls kompetent betreut werden.› Wieder steht am Ende: NSU 2.0.»
«In dem Fall der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız, die mit dem Tod bedroht wird, gibt es nach Informationen der Süddeutschen Zeitung neue Hinweise darauf, dass der oder die Täter aus der Polizei stammen. Grundlage des Verdachts sind weitere Drohschreiben, welche die Juristin erhalten hat. Von diesen jüngsten Drohungen war bislang öffentlich nichts bekannt. In ihnen verwenden die Täter besondere Ausdrücke, die nach Ansicht der Psychologen des hessischen Landeskriminalamts auf Insiderwissen aus der hessischen Polizei hindeuten.»
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«Eine Beamtin des Frankfurter Polizeireviers 1 hatte ohne dienstlichen Grund die Daten der Anwältin Başay-Yıldız an einem Polizeicomputer abgerufen. Über eine Chatgruppe auf ihrem Handy waren die Ermittler auf weitere Kollegen gestoßen. (…) Eine zweite Abfrage der persönlichen Daten der Anwältin über einen Polizeicomputer habe es nicht gegeben, heißt es aus Sicherheitskreisen. Man gehe davon aus, dass die Daten der ersten Abfrage innerhalb rechtsextremer Gruppen kursieren.»
«Die beiden Mails an Wissler stammen aus dem Februar. Sie enthalten üble Beschimpfungen und Drohungen und sind gespickt mit rechtsextremen Bezügen. So verwendet der Absender die Nazi-Grußformeln ‹Sieg Heil› und ‹Heil Hitler›. Er beschimpft die Politikerin und droht Wissler einen ‹Tag X› an, an dem die Polizei sie nicht beschützen werde. Es ist bekannt, dass manche rechtsterroristischen Gruppierungen sich auf einen ‹Tag X› vorbereiten, an dem sie gewaltsam die Macht an sich reißen und ihre Gegner angreifen wollen. Teilweise wurden Waffen- und Sprengstoffverstecke solcher Terrorgruppen ausgehoben. (…)»
«Der Autor der Schreiben an Wissler unterstreicht die Drohung, indem er persönliche Daten von ihr verwendet, die nicht öffentlich zugänglich sind. (…) In den Schreiben an die Landtagsabgeordnete erweckt der Täter den Eindruck, dass er dem Polizeiapparat angehöre. So spricht er von angeblich innerdienstlichen Erkenntnissen und beschimpft eine Gruppe von Beamten, die sich in einer internen Aufklärungsgruppe mit rechtsextremen Vorfällen bei der hessischen Polizei befassen. Ob er tatsächlich über Insiderkenntnisse verfügt und wirklich Polizist ist, geht aus den Schreiben aber nicht hervor.»
«Die Serie der rechtsextremistischen Drohungen gegen die Linken-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Janine Wissler, reißt nicht ab. Nachdem die Frankfurter Rundschau am Samstag über die Morddrohungen gegen Wissler berichtet hatte, ging ein weiteres Schreiben bei ihr ein, das erneut mit ‹NSU 2.0› unterschrieben war, wie die FR erfuhr.»
«Die Todesdrohungen gegen Wissler sind vermutlich durch Abfragen von einem Dienstcomputer der Polizei vorbereitet worden. Das haben Recherchen der FR zutage gefördert. Danach wurden im Februar von einem Polizeicomputer in Wiesbaden private Daten der Linken-Fraktionsvorsitzenden im Hessischen Landtag abgefragt. Kurz darauf erhielt Janine Wissler zwei Schreiben mit Beschimpfungen und Drohungen, die solche persönlichen Daten enthielten, die öffentlich nicht zugänglich sind.»
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«Die Fälle der Linken-Politikerin und der Frankfurter Anwältin sind nicht die einzigen, in denen das polizeiliche Auskunftssystem missbräuchlich genutzt wurde. So hatte ein Polizist aus Dieburg Informationen aus dem Polizeisystem abgefragt und an eine Frau aus der Neonazi-Kameradschaft ‹Aryans› weitergegeben. Der Mann wurde wegen der Verletzung von Dienstgeheimnissen zu einer Geldstrafe verurteilt.»
«Trotz Kritik will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) keine Studie zu Racial Profiling bei Polizeikontrollen in Auftrag geben – und sieht dort auch keinen strukturellen Rassismus. ‹Wir haben kein strukturelles Problem diesbezüglich›, sagte er im ARD-Morgenmagazin und beklagte, dass es ständig Kritik an der Polizei gebe, ‹zum Teil auch Verunglimpfung›. Dabei werde übersehen, dass im öffentlichen Dienst null Toleranz gelte und Rassismus entschieden bekämpft werde, sagte der Minister und fügte mit Blick auf die Studie hinzu: ‹Jetzt nicht. Wir können nicht jede Woche ein Wünsch-dir-was spielen.›»
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«Damit bleibt Seehofer bei seiner Linie – stellt sich damit aber auch unmissverständlich gegen Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), die auf einer Studie zu Racial Profiling besteht. ‹Es geht überhaupt nicht darum, irgendjemanden unter einen Generalverdacht zu stellen. Sondern es geht darum, einfach Sachstand zu ermitteln und zu wissen, wo wir stehen und wie wir auch gegensteuern können›, sagte sie.»
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«Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter kritisierte Seehofers Entscheidung. Der Minister erweise den Sicherheitsbehörden einen Bärendienst, sagte der Vorsitzende Sebastian Fiedler in den ARD-tagesthemen. ‹Wer die Lage nicht kennt, kann sie nicht bewältigen. (…) Ich verstehe nicht, warum dieser uralte polizeiliche Grundsatz ausgerechnet dann nicht gelten soll, wenn wir selbst betroffen sind›, sagte Fiedler dazu.»
«Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen Ex-Konzernchef Markus Braun, den früheren Vorstand Jan Marsalek und weitere Manager wegen verschiedener mutmaßlicher Delikte, darunter Bilanzfälschung und Manipulation des Börsenkurses. Die Strafverfolger verdächtigen Wirecard, bereits von der Jahresbilanz 2015 an mit falschen Zahlen gearbeitet zu haben. Angebliche Treuhandkonten, auf denen nach offiziellen Angaben des Konzerns eine Milliardensumme lag, hätten gar nicht existiert.»
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«Sollten die bisherigen Erkenntnisse und Verdachtsmomente der Ermittler zutreffen, dann hätten alle Aufsichtsorgane und Prüfer ein halbes Jahrzehnt lang nicht bemerkt oder wahrhaben wollen, was sich bei Wirecard abspielte. Das gilt auch für die deutsche Finanzaufsicht Bafin (…) Dabei sei […] auch darauf hingewiesen worden, dass es sich bei diesen Partnern im Wesentlichen um Schein- und Briefkastenfirmen handele, notierten die Ermittler.»
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«Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt inzwischen auch wegen Veruntreuung von Firmenvermögen gegen Braun, Marsalek und weitere Wirecard-Manager. Der Konzern habe Firmen in Asien Kredite bis zu 365 Millionen Euro gewährt, ohne Sicherheiten zu verlangen. Genauso dubios erscheint den Strafverfolgern auch ein Geschäft über eine Briefkastenfirma auf Mauritius, bei dem 315 Millionen Euro abflossen. Der Verbleib des Geldes ist unklar.»
«Als Puffer halten Acquirer hohe Geldbeträge auf Konten vor. Die vermeintlichen 1,9 Milliarden Euro von Wirecard auf philippinischen Konten waren offiziell als ein solcher Puffer deklariert. (…) Am wertvollsten erscheint der Acquiring-Bereich, der laut Wirecard für Transaktionen in zweistelliger Milliarden-Euro-Höhe stand und jedes Jahr Umsätze im hohen dreistelligen Millionen-Bereich generierte. Doch diese Zahlen waren wohl weit übertrieben.»
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«Wirecard wickelte den Zahlungsverkehr für Kunden wie den Flughafen München oder BASF ab. Vor einem Jahr wurde die Kooperation mit Aldi Süd verkündet. Doch der prominenteste Kunde sprang nach der Insolvenz ab. (…) ‹Kein Händler hat Unsicherheit in seinem Zahlungsverkehr gern, deshalb schauen sie sich jetzt schnell nach anderen Anbietern um›, sagt Ernst Stahl, Zahlungsexperte des Ibi-Instituts an der Universität Regensburg. Die Kundenbeziehungen sind für einen möglichen Investor das Wertvollste, über die technische Plattform verfügen Konkurrenten […] selbst. Im Onlineshop dauere ein Wechsel des Zahlungsdienstleisters eine Woche, wenn es schnell geht, der Austausch von Kartenzahlgeräten in den Läden brauche mehrere Wochen.»
(…)
«Auch bei anderen Teilen von Wirecard ist die Lage unübersichtlich: Die US-Sparte hat angekündigt, sich selbst zum Verkauf zu stellen, die Herausgabe von Kreditkarten (‹Issuing›) ist als Geschäftsfeld klein — und in Asien weiß man gar nicht, ob es dort überhaupt Geschäft gibt. Wenigstens scheinen die Einlagen von Kunden bei der Wirecard-Bank sicher, sie sei nicht in Insolvenz, betont Verwalter Jaffé.»
«Leidtragende sind vor allem die 5800 Mitarbeiter. (…) Die Belegschaft hat in der Branche einen hervorragenden Ruf als innovativ und kundenorientiert.»
«The FBI has completed its investigation at Talladega Superspeedway and determined that Bubba Wallace was not the target of a hate crime. The FBI report concludes, and photographic evidence confirms, that the garage door pull rope fashioned like a noose had been positioned there since as early as last fall. This was obviously well before the 43 team's arrival and garage assignment. We appreciate the FBI's quick and thorough investigation and are thankful to learn that this was not an intentional, racist act against Bubba. We remain steadfast in oir commitment to providing a welcoming and inclusive environment for all who love racing.»
«A day after a noose was found in the garage stall of Bubba Wallace, NASCAR’s only full-time African-American driver, all of NASCAR’s drivers as well as legend Richard Petty stood in solidarity with Wallace ahead of the Geico 500 at Talladega. Wallace was moved to tears by the show of support.»
Die Bundesregierung hat wochenlang nicht reagiert, als die Pandemie hätte bereits erkannt werden können. In Ischgl/Österreich haben die Behörden tagelang nicht reagiert, als die ersten Covid-19-Fälle bestätigt wurden und von da wurde die Pandemie in ganz Europa verteilt und die massiven Lockdowns bzw. Shutdowns ausgelöst.
Jetzt, nur vier Monate später, haben wir den gleichen Fall bei Tönnies/Nordrhein-Westfalen, wo ebenso wochenlang nicht reagiert wurde.
«Am 31. Dezember versendet das internationale Frühwarnsystem ProMED eine E-Mail. (…) Für einen solchen Fall hatte die Bundesregierung eine Art Blaupause – ein Papier aus dem Jahr 2012. Titel: ‹Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz›. Darin steht, was im Falle einer Pandemie zu tun ist: Schulen schließen, Großveranstaltungen absagen. Doch bis die Politik solche Maßnahmen umsetzt, vergehen Wochen.»
«(…) Ende Januar treten die ersten Fälle in Deutschland auf – die meisten mit einem milden Krankheitsverlauf. (…) Die ersten Infektionen in Deutschland hätten zu einem Trugschluss geführt: Seht, wir können es eindämmen.»
«Am 29. Januar, es gibt bereits weltweit Verdachtsfälle, kommt der Gesundheitsausschuss im Deutschen Bundestag zusammen. Das Thema Coronavirus ist Tagesordnungspunkt 5b – am Ende der Sitzung. (…) Von der ‹Risikoanalyse zum Bevölkerungsschutz› aus dem Jahr 2012 ist in dieser Sitzung laut Protokoll keine Rede. (…) Knapp zwei Wochen später, am 12. Februar, sagt Jens Spahn im Gesundheitsausschuss, die Gefahr einer Pandemie sei ‹eine zurzeit irreale Vorstellung›.»
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«[Am 26.] Februar klingt das in internen Runden dann anders. Früher als bisher bekannt, gibt es in der Bundesregierung Überlegungen zu einem Lockdown. (…) In vielen Ländern breitet sich das Virus inzwischen aus. Doch Deutschland feiert Karneval und Fasching. In Passau findet der Politische Aschermittwoch statt, mit Bier und Gedränge.»
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«Am 2. März kommt der Gesundheitsausschuss zu einer Sondersitzung zusammen. Es wird auch über die Absage von Großveranstaltungen diskutiert. (…) Bis zu einer Empfehlung des Ministers, Großveranstaltungen abzusagen, vergeht fast eine Woche. Am 11. März ruft die WHO den Pandemiefall aus.»
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«78 Tage sind vergangen von der ersten Meldung im Frühwarnsystem ProMED bis zu entschlossenen Maßnahmen: Großveranstaltungen abgesagt, Schulen zu, Geschäfte geschlossen. So wie es in der Blaupause von 2012 beschrieben steht.»
«Das Team des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel unter Leitung von Gabriel Felbermayr kam in seiner am 24. Mai veröffentlichen Studie zu dem Ergebnis: Statistisch könne man auf die Entfernung zu Ischgl zurückführen, dass 48 Prozent der Infektionsfälle in Deutschland von dem österreichischen Skiort ausgegangen seien. Keine andere ‹Superspread Location› habe einen derartigen Einfluss auf die Infektionsrate in Deutschland gehabt.»
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«Die ‹eher langsame Reaktion auf die Corona-Infektionen in Ischgl› sei fatal gewesen. Am 5. März hatte Island als erstes europäisches Land den Skiort als Risikogebiet eingestuft. Trotzdem seien erst neun Tage später Quarantäne-Maßnahmen eingeleitet worden, der komplette Lockdown sei noch später erfolgt. (…) So würden die Daten vom 20. März zeigen, dass in Dänemark ein Drittel und in Schweden ein Sechstel aller Infektionsfälle auf zurückkehrende Skiurlauber aus Ischgl zurückzuführen gewesen sei.»
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«Dass es nicht zu einer ungebremsten Ausbreitung der von zurückkehrenden Ischgl-Touristen betroffenen Regionen in Deutschland gekommen sei, habe einen nachgewiesenen Grund: Durch den Lockdown in Deutschland habe es die Mobilität nicht mehr gegeben.»
«Schon vor rund sechs Wochen seien er und seine Frau auf Corona getestet worden. Danach seien sie weiter zur Arbeit gegangen. Erst zwei Wochen später hätte ihnen jemand die Ergebnisse mitgeteilt: Popescus Frau war positiv. Warum die Auswertung so lange dauerte, kann er nicht verstehen. Auch nicht, dass es danach keine weiteren Tests gegeben habe, und auch keine Informationen. Am nächsten Tag seien er, seine Frau und die gesamte Schicht in Quarantäne geschickt worden. Seitdem habe sich niemand mehr bei ihm gemeldet. Auch andere Arbeiter sagen der SZ und der Beratungsstelle Faire Mobilität, dass es schon seit Längerem einzelne Corona-Fälle bei Tönnies gegeben habe.»
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«Häufig habe sein Arbeitgeber, wie bei Marius Popescu ein zwischengeschaltetes Subunternehmen, den Lohn manipuliert. Als Amariei die Firmenunterkunft verließ, sei trotzdem weiter Miete abgezogen worden. Wenn sie den Arbeitsplatz putzten, habe das nicht als Arbeitszeit gegolten. Amariei berichtet außerdem von ‹Fehlern› in den Lohnabrechnungen, die immer zugunsten des Arbeitgebers ausfielen. Regelmäßig hätten Stunden gefehlt, obwohl die Arbeitszeit doch per Finger-Scan beim Einchecken erfasst werde.»
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«Besonders empört seien die Betroffenen in Quarantäne jetzt über die Behauptung, sie seien am langen Wochenende verreist und hätten so bei ihrer Rückkehr das Virus eingeschleppt. De facto hätten viele gearbeitet: ‹Es gab kein langes Wochenende für die Fleischindustrie›, sagt Sepsi. ‹Die Aussage ist einfach falsch und sie schürt Rassismus.› (…) Amariei glaubt dagegen, Tönnies wie Laschet hätten die Schuld auf diejenigen abschieben wollen, die sich am leichtesten ersetzen ließen.»
«Die allermeisten Kitas sehen sich nun außerstande, zu Randzeiten noch zu öffnen. Normalerweise werden Kinder, die früh in die Tagesstätten kommen, weil ihre Eltern dann schon zur Arbeit müssen, gruppenübergreifend zusammen betreut. Am späten Nachmittag ist es ähnlich. Das […] ist nun nicht mehr erlaubt. (…)»
«In Zwickau etwa öffnen kommunale Einrichtungen nun erst 7 Uhr, 16 Uhr machen sie schon wieder zu. ‹Bereits diese Öffnungszeiten stellen die Erzieherinnen und Erzieher vor große Herausforderungen› (…) Anders als mit begrenzten Öffnungszeiten seien die Regelungen nicht umzusetzen.»
(…)
«Die Eltern sind konsterniert. ‹Auch während der Notbetreuung konnte ich meine Kinder 6 Uhr abgeben› (…) Nach den den neuen Regeln dürfen Kinder erst 7 Uhr abgegeben werden – und auch nur von den Erziehungsbrechtigten. Wie sollen wir das schaffen und einen systemrelevanten Beruf ausüben, ohne in Schwierigkeiten zu kommen?› (…) [Eine Sprecherin des Kultusministeriums:] ‹An die Arbeitgeber ergeht die Bitte, auf diese besondere Betreuungssituation kulant zu reagieren.›»
«Behörden in dem stark vom Virus betroffenen italienischen Ort Vo [haben] rund 80 Prozent der 3300 Einwohner auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 getestet, knapp 100 waren positiv – aber kein einziges Kind unter zehn Jahren. Auch Studien aus Island, Norwegen und Südkorea haben nur wenige Infektionen unter Kindern gefunden. Und in den Niederlanden machten Behörden in keinem einzigen Ansteckungsfall unter Zehntausenden einen Minderjährigen als Quelle aus. Laut einer statistischen Modellierung eines Teams […] von der London School of Hygiene & Tropical Medicine […] haben Menschen unter 20 Jahren lediglich ein halb so hohes Risiko, sich zu infizieren wie über 20-Jährige.»
«Die südwestdeutsche Eltern-Kind-Studie entlastet Kinder nun weiter. (…) Unter den 64 Menschen, die Antikörper gegen Sars-CoV-2 gebildet hatten, befanden sich 45 Erwachsene und nur 19 Kinder. Gerade die Kleinsten waren besonders wenig betroffen: Von den Ein- bis Fünfjährigen hatten nur 0,6 Prozent eine Infektion durchgemacht und von den Sechs- bis Zehnjährigen 0,9 Prozent, während es unter den Erwachsenen 1,8 Prozent waren. Außerdem waren nur bei 13 Eltern-Kind-Paaren beide infiziert – die Erkrankung eines Elternteils führte also nicht zwingend zur Erkrankung des Kindes und umgekehrt.»
(…)
«‹Fast alle verfügbaren Studien leiden unter dem Einflussfaktor, dass sich die Kinder nur in den Haushalten infizieren können, weil sie nur zu Hause sind›, sagt der Corona-Experte Christian Drosten von der Charité in seinem aktuellen NDR-Podcast – allerdings nicht in Bezug auf die Heidelberger Studie. Diese ist das Problem angegangen, indem sie gezielt einen großen Teil an Kindern aus Notbetreuungen einbezog. Etwa 25 Prozent der Test-Kinder waren also in den vergangenen Wochen zumindest in Kontakt mit einigen Gleichaltrigen. Diese Kinder hatte keine höheren Ansteckungsraten als die zu Hause betreuten: ‹Wir können eindeutig sagen, dass es keine häufigeren Infektionen bei Kindern in Notbetreuung gab›, sagt Hans-Georg Kräusslich, Dekan der Medizinischen Fakultät in Heidelberg.»
«Auch einem weiteren Problem begegneten die Forscher: dass Antikörpertests gerade bei niedrigen Infektionszahlen in einer Region grundsätzlich sehr fehleranfällig sind. Aus diesem Grund nutzten die südwestdeutschen Kinderkliniken mindestens zwei verschiedene Tests pro Proband.»
«Im Zusammenhang mit einer am Montag bekanntgewordenen Coronainfektion einer Lehrerin am Regenbogengymnasium in Augustburg (Landkreis Mittelsachsen) sind bis Donnerstag von 75 getesteten Schülerinnen und Schülern 21 mit dem Virus infiziert.»
(…)
«‹Seitens des Gesundheitsamtes sind derzeit zwölf Teams in die Kontaktermittlung eingebunden›, sagte Amtsärztin Annelie Jordan. Wichtig sei, dass der sogenannte Ursprung der Erkrankungswelle nachvollzogen werden konnte. (…) Im Zusammenhang mit den Coronafällen in Augustusburg habe das Gesundheitsamt bisher 91 [Quarantänebescheide] ausgestellt.»
«[Die Forscher haben in der Corona-Studie der Uniklinik Leipzig an] den bisher von ihnen getesteten Schulen in Leipzig, Dresden sowie Zwickau keinen einzigen akuten Corona-Fall gefunden. Und das, obwohl inzwischen mehr als 1500 Ergebnisse von Rachenabstrichen an zehn Schulen, davon vier Grundschulen und sechs Gymnasien, vorliegen.»
«Darüber hinaus hatten nur zehn der getesteten Schüler und Lehrer Antikörper entwickelt, was auf eine überstandene Infektion hindeutet. (…) Von der erhofften Herdenimmunität ist Sachsen also weit entfernt. Gleichwohl scheint es, wie Jurkutat folgert, ‹nach den Daten im Moment wenig Infektionsgeschehen an den Schulen zu geben›. Kinder seien keine ‹Virenschleudern›, bei Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte könne man die Öffnung der Schulen also durchaus gutheißen.»
«So wurden in Baden-Württemberg vom 22. April bis 15. Mai rund 2500 Kinder im Alter von einem bis zehn Jahren und jeweils ein zugehöriges Elternteil auf Sars-Cov-2 getestet. Nur bei einem Kind und zugehörigen Elternteil fiel der Test positiv aus. Antikörper fanden sich bei 45 Elternteilen und 19 Kindern. Virologe Hans-Georg Kräusslich vom Uni-Klinikum Heidelberg schloss daraus, dass Kinder ‹anscheinend nicht nur seltener an Covid-19 erkranken, was schon länger bekannt ist, sondern auch seltener durch das Sars-Cov-2-Virus infiziert werden.›»
«Und das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf zog am Freitag die vorläufige Bilanz einer Studie mit mehreren tausend Hamburger Kindern. Bei mehr als 3107 Abstrichen fand sich kein einziger mit positivem Ergebnis, berichtete Studienleiterin Ania Muntau. Von 2436 Antikörpertests der Kinder waren nur 36 positiv. Wobei zurückliegende Infektionen bei älteren Kindern häufiger festgestellt wurden.»
«Eigentlich hatten sich die Regierenden der Länder mit der Bundesregierung darauf geeinigt, dass bei Überschreiten der Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen wieder verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen eingeführt werden mit all ihren schädlichen Konsequenzen für die Menschen und die Wirtschaft. Diese Marke wird in Gütersloh wohl überschritten. Doch es werden nur Schulen und Kindergärten geschlossen, mit der Begründung, dass dies besser sei als ein ‹Lockdown› – und ein gutes Mittel gegen die Ausbreitung. Das ist Unsinn.»
(…)
«[Die] großen Ausbrüche der vergangenen Wochen [gehen] nicht von Kindern aus, sondern von Erwachsenen. Kinder müssen nur dafür büßen. Ja, Schulen und Kindergärten sind gefährliche Stätten des Austauschs für Krankheitskeime aller Arte, weswegen man sie in einer Pandemie besonders überwachen muss. Doch auch nach einem halben Jahr mit dem Virus gibt es dazu noch immer kein flächendeckendes Konzept.»
(…)
«[Die] allermeisten Schulen und Kindergärten laufen weiter im Minimalbetrieb oder werden gleich ganz geschlossen, sobald Erwachsene in der Nachbarschaft das Virus verbreiten. Die Friseure, Restaurants und Fitnessstudios dürfen weitermachen, und sogar die Schlachtbetriebe, obwohl sie erwiesenermaßen Corona-Hotspots sind. Die große Zahl von Fällen im Kreis Gütersloh zeigt, dass dieser Ausbruch sich über Wochen entwickelt hat, obwohl immer versprochen wird, dass alles getan werde, um Ausbrüche zu verhindern.»
(…)
«Nicht weil es besonders viel bringen würde, Schulen und Kindergärten zu schließen, sondern weil es so einfach ist. Und die betroffenen Familien sind längst viel zu erschöpft, um sich noch zu wehren.»
«Though the use of red triangles was, as the tweet says, very common, it's not very well-known. But the use of a red triangle as an antifa symbol, which is what the Trump campaign claimed it was meant to be, is even more obscure.»
«Though the campaign said on Twitter that the upside-down red triangle is ‹widely used› by antifa, it’s not. The image most closely associated with the group is of a red and black flag. Mark Bray, author of Antifa: The Anti-Fascist Handbook, told the New York Times that the triangle was not an antifa symbol, adding that its Nazi origins actually represented a ‹death threat against leftists.›»
(…)
«According to Facebook's ad library, the campaign placed 30 red triangle ads on the Team Trump page, 30 on Trump's page, and 28 on Pence's page. Those add up to 88. It's certainly possible that the Trump campaign's decision to go with a very specific number of ads – a number that also happens to have Nazi connections – is a coincidence.»
Alexander Stannigel — hat einige Artikel geteilt:Mittwoch, 10. Juni 2020
#125
Die #NFL ändert ihr Verhalten zu #BlackLivesMatter. #FOXSports sendet im Vorlauf des Rennens in Atlanta emotionale Beiträge dazu. #NASCAR selbst unterbricht die Warm-Up-Runden für eine kurze Ansprache ihres Präsidenten über den Rennleitungsfunk und NASCAR überlegt ferner die Konföderierten-Flagge von dem Campern im Infield und an der Strecke zu verbannen.
Das sind Gesten, die sonst nur dem Militär zuteil werden, zu einem Thema, zu dem die letzten drei, vier Jahre von NFL und NASCAR nur ohrenbetäubendes Schweigen zu vernehmen war.
Das könnte diesmal wirklich der Anfang eines Umdenkens sein.
«Als der Quarterback Colin Kaepernick 2016 während der US-Hymne, die vor jedem Spiel erklingt, auf die Knie ging, um gegen Diskriminierung und Polizeigewalt zu protestieren, verurteilte die NFL diese Geste. Kaepernick wurde zur Persona non grata und sucht seither vergeblich einen Platz in einem Klub. 2018 verabschiedeten die Teambesitzer eine Regel, wonach die Spieler während der Hymne entweder stehen oder in der Kabine bleiben müssen. Nur wegen des Einschreitens der Spielergewerkschaft wird die Regel nicht forciert, doch sie spiegelte bislang die Haltung der Liga wider.»
«Was NFL-Chef Roger Goodell nun in einer Videobotschaft sagte, darf daher als extremer (und unerwarteter) Richtungswechsel bezeichnet werden. ‹Wir, die NFL, geben zu, dass wir in der Vergangenheit falsch gelegen haben›, sagte Goodell. […] Die Kehrtwende der NFL folgte auf eine Aufforderung einiger prominenter schwarzer Spieler, darunter Super-Bowl-Gewinner Patrick Mahomes und der junge Quarterback Deshaun Watson; sie hatten – ebenfalls in einer Videobotschaft – eine klare Positionierung der Liga gefordert.»
(…)
«[US-Präsident Donald Trump] war und ist ein großer Gegner von knieenden schwarzen Spielern bei der Hymne. Er instrumentalisierte die von Kaepernick initiierten Proteste und lenkte den Diskurs auf die Frage nach Nationalstolz. Darf man die Flagge und das Land so missachten? 2017 empfahl er bezüglich der protestierenden Profis: ‹Holt diesen Hurensohn sofort vom Feld. Raus! Er ist gefeuert!›»
(…)
«[New Orleans Saints-Quarterback Drew Brees] erwiderte: ‹Durch meinen andauernden Dialog mit Freunden, Teamkollegen und Führern der schwarzen Gemeinde habe ich erkannt, dass es nicht um die amerikanische Flagge geht. Es ging nie darum.› Man könne nicht länger die Flagge missbrauchen, um Menschen von den wahren Problemen der schwarzen Gemeinde abzulenken. ‹Wir haben das 2017 getan, und leider habe ich es mit meinen Äußerungen in dieser Woche wieder getan. Wir müssen aufhören, über die Flagge zu sprechen und uns endlich den realen Problemen der systematischen rassistischen Ungerechtigkeit, wirtschaftlicher Unterdrückung, Polizeigewalt sowie einer Rechts- und Gefängnis-Reform zuzuwenden.›»
«Der Quarterback der San Francisco 49ers [Colin Kaepernick] hatte 2016 und 2017 beim Abspielen der Nationalhymne vor den Partien gekniet, um gegen Polizeigewalt und Rassismus zu demonstrieren. Trump schimpfte ihn deshalb einen ‹Hurensohn› und forderte, dass er entlassen werden und das Land verlassen solle – zumindest Ersteres trat ein, Kaepernick ist bis heute arbeitslos.»
«Nun debattierten die Leute angesichts der Gewalt auf den Straßen (die sehr häufig auch von Polizisten ausgegangen war), ob Kaepernick nicht genau die richtige Form gewählt hatte.»
(…)
«Brees' Teamkamerad Michael Thomas, einer der besten Passempfänger der Liga, organisierte daraufhin ein Video mit den wichtigsten afroamerikanischen NFL-Profis, das jedem, der es sah, nahegehen musste. Patrick Mahomes (Kansas City Chiefs), Saquon Barkley (New York Giants), Odell Beckham Jr. (Cleveland Browns) und viele andere sprachen die Namen der Opfer aus, dann sagten sie: ‹Wir werden nicht mehr zum Schweigen gebracht werden, sondern wir bestehen auf unserem Recht, friedlich protestieren zu dürfen.›»
(…)
«Die größten afroamerikanischen Spieler dieser Liga protestierten, und sie wurden erstmals unterstützt von den größten hellhäutigen Spielern. Das konnte die Liga nicht länger ignorieren. NFL-Chef Roger Goodell, bei Kritik gewöhnlich glatt wie eine Teflonpfanne, wiederholt in einem Video genau die Worte, die die schwarzen Spieler von ihm gefordert hatten: ‹Wir, die NFL, verurteilen Rassismus und systematische Unterdrückung von Schwarzen. Wir, die NFL, geben zu, dass es falsch gewesen ist, unseren Spielern nicht früher zugehört und sie ermuntert zu haben, sich zu äußern und friedlich zu protestieren. Wir, die NFL, glauben daran: Black Lives Matter.›»
(…)
«70 Prozent der NFL-Profis sind schwarz, ihr Protest ist bedeutsam. Ebenso bedeutsam jedoch (…) ist die Solidarität der weißen Spieler; schließlich sind 80 Prozent der NFL-Zuschauer hellhäutig. Diese Solidarität ist ein Zeichen, dass es nicht um die US-Flagge geht und schon gar nicht um Trump. Sondern um dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel. Die Botschaft ist: Sie haben verstanden.»
«Before the start of the Folds of Honor QuikTrip 500, NASCAR President Steve Phelps provided a stirring and compelling message against racism and racial inequality before a moment of silence. The drivers then show solidarity and support of our African American communities with a captivating message of their own.»
«@NASCAR is actively considering a change to its confederate flag policy, per sources, as calls grow for the series to permanently ban the symbol from its facilities.»
«Bubba Wallace appeared Monday evening on CNN Tonight with Don Lemon. During the interview, he said NASCAR should prohibit Confederate flags at race tracks.»
«‹No one should feel uncomfortable when they come to a NASCAR race. So it starts with Confederate flags. Get them out of here.›»